Was ist Kunsttherapie?
„Wer künstlerisch formt, formt sich selber“ (Henry Schäfer-Simmern)
Wir brauchen im Alltag Freiräume, in denen wir Erlebtes verarbeiten, um Platz für Neues schaffen zu können. Mit Hilfe der Kunsttherapie erlangen wir die Fähigkeit, selbst zu gestalten anstatt nur geformt zu werden.
Die Kunsttherapie nutzt die Möglichkeiten aller Kunstformen wie der Malerei, des plastischen Gestaltens, des Zeichnens, des Tanzes, des Schauspiels, um dem Menschen zu helfen, sein Inneres nach außen sichtbar und somit besser wahrnehmbar werden zu lassen.
Der sinnliche Umgang mit Farbe, Ton, Wolle und anderen Materialien ermöglicht die intensive Selbstbegegnung, Selbsteinsicht und Sinnfindung. Es kommt darauf an, sich selber kennen zu lernen und sich wertschätzen zu können. Jeder einzelne entwickelt dabei für sich unterschiedliche Ausdrucksweisen. Den Erfahrungen, Gedanken, Gefühlen und Phantasien wird zu einer Ausdrucksmöglichkeit verholfen, Unaussprechliches kann bildhaft ausgedrückt werden.
Dabei ist nicht etwa das entstehende Werk von Bedeutung, sondern der Weg zu seiner Entstehung und der Gestaltungsprozess und die Auseinandersetzung mit den eigenen Fragen stehen demzufolge im Mittelpunkt des therapeutischen Arbeitens.
Kunsttherapie bedeutet auch, einen Weg zu finden, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und kann zudem eine Gesprächstherapie unterstützen.
Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Kunsttherapie ist die Bereitschaft, sich mit den eigenen Mustern und der eigenen Geschichte wirklich auseinander setzen zu wollen.

